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Jeans-Blouson

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DATE: 10 Mai, 2015
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Da bin ich wieder und wie versprochen habe ich endlich mal wieder etwas für euch genäht! Meine Liste an Schnitten die genäht werden möchten ist endlos lang, aber mit irgendetwas muss man ja mal anfangen…und diesen Anfang macht ein sommerlicher Blouson. Den perfekten Stoff dafür habe ich Online bestellt, was das angeht bin ich eigentlich sehr skeptisch…aber den Shop Stoff-Flausen kann ich euch nur wärmstens empfehlen. All meine Fragen wurden aber sehr schnell und nett beantwortet. Der normale Stoffkauf ist ja in erster Linie durch das Fühlen geprägt, was beim Online-Shopping logischerweise entfällt. Daher ist es umso wichtiger das Unklarheiten und Fragen kompetent und ehrlich beantwortet werden. Da könnt ihr euch bei Stoff-Flausen absolut sicher sein, denn Regine Wiemer ist selbst vom Fach und bietet auch diverse Kurse an…bei Interesse schaut doch einfach mal auf der Seite vorbei.

Zurück zum Thema…ich habe mich also in diesen wunderschönen leichten Jeansstoff verliebt. Das besondere an diesem Jeans ist, dass das Blumenmuster in den Stoff  „gebleached“ wird. Mir ist sofort ein Schnitt aus der Burda easy in den Kopf geschossen, aber nicht nur das…es gibt demnächst noch ein passendes „Accessoire“ ihr dürft also gespannt sein. Der ein oder andere Instagram-Follower weiß vielleicht schon wovon ich spreche.

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Wie immer ging es mit dem Zuschnitt los, natürlich so stoffsparend wie möglich. Der Blouson ist hüftlang, hat Raglanärmel und die typischen Bündchen am Halsausschnitt und den Säumen. Sobald ihr alle Teile zugeschnitten habt müssen die Taschen fixiert werden, dafür werden 4 cm breite Einlagestreifen (Länge entsprechend Taschenlänge)  auf die linke Seite der Vorderteile aufgebügelt. Auch die Paspeltaschen-Teile fixiert ihr mit der Einlage.

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Nun markiert ihr euch die Tasche, in meinem Fall mit einer Länge von 15 cm und 1 cm über und unter der Einschnittlinie. Der Paspelstreifen hat eine Breite von 7 cm und eine Länge von 18 cm, die Nahtzugaben sind inklusive und betragen 1,5 cm. Normalerweise benutze ich zum einzeichnen Schneiderkreide, aber um euch das ganze etwas besser zeigen zu können habe ich ausnahmsweise den Bleistift rausgeholt. Auf dem Paspelstreifen zeichnet ihr euch auch die Nahtzugabe ein, damit ihr es wirklich exakt stecken könnt.

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Bevor es an das Stecken geht solltet ihr die Linien heften, damit die Markierungen auch auf der rechten Seite der Vorderteile sichtbar werden. Denn der Paspelstreifen und der große Taschenbeutel werden auf die rechte Stoffseite entsprechend der Markierungen gesteckt. Ihr solltet so genau wie möglich arbeiten. Kontrollieren könnt ihr das ganze indem ihr nochmal auf der linken Seite nachschaut, ob die Nadeln und das Heftgarn aufeinander treffen.

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Wenn ihr alles überprüft habt könnt ihr die Linien mit der Maschine exakt steppen, arbeitet dabei bitte wirklich genau. Nach dem Nähen könnt ihr die Heftfäden entfernen und markiert euch an den Enden die Einschnittlinien, dafür messt ihr 1 cm ab und zeichnet die Linien schräg zu den Ecken ein. Sobald ihr den Stoff eingeschnitten habt könnt ihr auch schon den Taschenbeutel nach innen schlagen und auch den Paspelstreifen einschlagen.

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Die Naht des Paspelstreifens wird auseinander gebügelt und die des Taschenbeutels nach oben. Im nächsten Schritt legt ihr den Taschenpaspel in seine vorgesehene Form. Damit es einfacher zu verarbeiten ist könnt ihr ihn auch heften. Damit die Paspel auch in ihrer Form bleibt, wird das kleine Dreieck was sich durch das Einschneiden ergeben hat auf der Paspel festgenäht. Achtet darauf, dass ihr nicht die Nahtzugabe vom Taschenbeutel erwischt.

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Jetzt sind die Taschen fast geschafft. Die letzten Schritte bestehen daraus den kurzen Taschenbeutel an die Nahtzugabe der Paspel zu steppen, die Taschenbeutel herunterzuklappen und zusammen zu nähen bzw. zu versäubern. Da der Blouson nicht gefüttert wird, sieht das ganze so schön ordentlich und sauber aus.

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Der schwierigste Teil ist somit geschafft und ich muss ehrlich gestehen, bei mir ist die letzte einseitige Paspeltasche auch schon einige Zeit her. Aber wenn man sich erstmal damit auseinandersetzt hat man den Dreh ganz schnell raus. Wenn ihr also nicht ganz im Thema drin seid, probiert es erst an einem Probestück aus. Den leichteren Teil gibt es jetzt im Schnelldurchlauf, denn so viele Schritte zur fertigen Jacke sind es nicht mehr. Es werden die Seitennähte geschlossen und ihr näht die vorderen und hinteren Ärmelteile zusammen. Da es Raglanärmel sind wunder euch nicht, die Armkugel ist oben nicht geschlossen wenn ihr die Ärmel einsetzt.

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Jetzt kommt endlich das Bündchen ins Spiel…wir fangen mit dem Halsausschnitt an, dieser wird längs gefaltet und ihr steppt die kurzen Seiten mit einer Nahtzugabe von 1,5 cm ab. Nun könnt ihr es wenden und die Ecken schön aus ausarbeiten. Danach kommt der etwas kniffelige Teil: Das Ansteppen. Die Enden werden direkt an die vordere Mitte des Jeansstoffs gesteckt und da das Bündchen kürzer ist müsst ihr dieses auf die Länge des anderen Stoffes dehnen. Steckt es am besten vor dem Nähen, so ist es ein wenig einfacher. Sobald ihr es dann gesteppt habt versäubert ihr die Kanten und bügelt die Nahtzugabe in die Jacke. Die Säume werden im Prinzip genauso verarbeitet, der einzige Unterschied ist, dass am Ärmel das Bündchen zusammengesteppt wird. Sprich: Ihr habt nun einen Kreis welcher längs gefaltet wird. Am Jackensaum müsst ihr die Bündchenteile zusammensteppen, da es zwei Teile sind und dann der Länge nach Falten, wie auch beim Ärmel und Halsausschnitt sollte die rechte Seite außen liegen.

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Leider ist mir erst später die Idee gekommen, dass man die Jacke sprich den Verschluss und die Taschen noch pimpen könnte. Daher habe ich die weiße Klöppelborte im Nachhinein mit der Hand angenäht. Natürlich könnt ihr das auch gleich beim Verarbeiten mit einplanen. Damit die Enden der Borte nicht ausfransen habe ich diese einfach eingeschlagen und dann mit einem Handsteppstich angenäht. Beim Verschluss habe ich die Borte gleich mit der Maschine mitgefasst, als ich den Reißverschluss angebracht habe.

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Ich bin mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Kennt ihr dieses Gefühl wenn ihr etwas genäht habt…man hat gleich einen ganz anderen Bezug zu diesem Kleidungsstück. Manch einer wird mich jetzt vielleicht für bekloppt halten, aber es ist echt was besonderes und schönes bei dem ganzen Herzblut was man hineinsteckt. Blut im wahrsten Sinne des Wortes, ich habe es nämlich tatsächlich geschafft mir von oben in den Finger zu stechen…ja genau durch den Fingernagel. Ich war auch etwas schockiert, dass es so einfach ist. Das Gesicht war dementsprechend auch bestimmt sehr lustig. Aber keine Panik alles noch heile und dran…the show must go on!

Mini

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