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Must-have…Espadrilles!

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DATE: 24 Mai, 2015
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So langsam pendelt sich das Wetter ein und muss ausgenutzt werden! Wie im vorletzten Post erwähnt habe ich noch ein passendes Accessoire für meinen Blouson genäht. Da ich noch etwas von dem tollen Stoff übrig hatte, musste also etwas passendes her um das Outfit abzurunden. Natürlich bin ich diverse Möglichkeiten beim nächtlichen Grübeln durchgegangen. Eine Tasche oder ähnliches wollte ich aber nicht unbedingt machen, wobei ein Turnbeutel sicherlich süß aussehen würde. Um meinen Horizont zu erweitern musste also etwas her, was ich noch nie gemacht habe….ihr seid also „live“ bei einer Premiere dabei! Wieso also nicht mal selber Schuhe nähen und was eignet sich da besser als Espadrilles! Diverse Paare haben ein Plätzchen in meinem Schuhschrank und begleiten mich gerne und oft durch den Sommer, sie sind einfach perfekt für mich da ich mit Sandalen leider nicht soviel anfangen kann. In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen wie ihr diese niedlichen Schuhe ganz einfach selber machen könnt.

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Material:

  • etwas festerer Stoff
  • Espadrilles-Sohle
  • Espadrilles-/Stickgarn
  • Polster-/Stopfnadel
  • Borte

An erster Stelle steht die Sohle. Meine habe ich bei Prym bestellt, dort gibt es auch passendes Garn allerdings geht es genauso gut mit einem dicken Stickgarn. Ein Schnitt für die Schuhe liegt sogar mit bei und für das erste Mal auch super, aber für das nächste mal werde ich variieren und probieren was den Schnitt angeht.

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Ihr kopiert euch die passende Größe aus dem Schnittmuster und schneidet die Teile bei doppelter Stofflage entsprechend zu. Somit habt ihr jedes Schnittteil 4x. Bei meiner Variante habe ich mich dazu entschieden, dass der Oberstoff auch gleich der Futterstoff ist…wie immer ist das Geschmackssache. Achtet bei der Verarbeitung des Vorderteils auf die Innen- bzw. Außenseite, sonst bekommt ihr später mit der Sohle Probleme. Alle Kanten bekommen eine Nahtzugabe von 1 cm.

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Nach dem Zuschnitt könnt ihr die Teile genau so wie sie liegen steppen, wichtig ist nur dass ihr eine ca. 3 cm große Öffnung zum wenden offen lasst. Beim Fersenteil lasst ihr dafür einfach eine der kurzen Seiten geöffnet und beim Vorderteil sollte die Öffnung sich an der oberen Kante befinden.

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Die Rundung vom Vorderteil wird mit diversen Knipsen versehen, damit sich die Nahtzugabe nach dem Wenden besser legen kann. Da zwei Stofflagen Jeans etwas zäher sind, habe ich lieber etwas kürzere Abstände zwischen den Knipsen gewählt. Ihr könnt die Zugaben auch relativ kurz verschneiden, dann ist es etwas leichter wenn ihr die Schnittteile an die Sohle näht.

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So sehen die Teile nach dem Wenden aus. Bevor ihr die Öffnung schließt, solltet ihr die Ecken und Kanten gut ausarbeiten (am besten mit einem spitzen Gegenstand Stift oder Schere) und im Anschluss gut bügeln. Die Öffnungen der Fersenteile werden mit einem Handstich geschlossen. Dafür klappt ihr die Nahtzugabe nach innen und stecht von der einen Bruchkante in die andere in einem Abstand von ca. 5 mm.

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Um die Öffnung am Vorderteil zu schließen habe ich einfach die süße Klöppelborte, die ich auch bei dem Blouson verwendet habe, mit einem Zickzackstich aufgenäht und somit das offene Stück gleich mitgefasst. Nun könnt ihr schon damit beginnen das Fersenteil auf die Sohle zu stecken. Dafür ermittelt ihr die hintere Mitte, in dem ihr das Teil einfach zusammenfaltet und eine Nadel in den Bruch steckt.

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Das Fersenteil wird rundherum mit Nadeln auf die Sohle gesteckt und es kann mit dem Handstich losgehen. Ihr beginnt dafür auf der Innenseite des Schuhs, dann sieht man nicht sofort falls der Stich nicht auf Anhieb so gut klappt. Verknotet das Garn am Ende und stecht von Innen durch den Stoff so ca. 5 mm neben der Kante heraus, nun stecht ihr ca. 5 mm weiter rechts mittig in die Sohle und auch wieder durch den Stoff. Ganz wichtig, wie auf dem Bild sollte der Faden hinter der Nadel liegen damit sich dieses schöne „kettenartige“ Muster ergibt. Diesen Stich nennt man Festonstich. Üblicherweise wird er zum versäubern von stark fransenden Stoffen genutzt, aber auch als Zierstich wie bei unseren Espadrilles wird er gerne genutzt.

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Beim Vorderteil ist es das selbe Prinzip, es wird wie beim Fersenteil mittig gesteckt und danach mit dem Festonstich an der Sohle festgenäht. Nun müssen nur noch Vorder- und Fersenteil zusammengenäht werden. Durch die Borte habt ihr den Vorteil, dass die Naht später nicht sichtbar ist. Auch hier habe ich wieder Innen begonnen und mit einem einfachen Rückstich gearbeitet.

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Und damit sind eure Espadrilles schon fertig und ich für meinen Teil bin vom ersten Ergebnis echt überzeugt. Ich dachte wirklich, dass es schwieriger ist Schuhe zu nähen. Ein kleiner Tipp noch da der Stoff und die Sohle sehr dick sind: Ich habe teilweise eine Zange beim durchziehen der Nadel benutzt um die Finger etwas zu schonen.

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Nochmal ein riesen Dank an Stoff-Flausen für den tollen Stoff! Ohne euch wären der tolle Blouson und diese schönen Espadrilles nicht entstanden. Ich hoffe ihr habt jetzt alle Lust diese tollen Treter zu nähen und bin auf eure Ergebnisse gespannt!

Mini

 

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