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One Piece Maxirock

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DATE: 16 August, 2015
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Hach da sind schon wieder 3 Wochen Urlaub vorbei, eine wunderschöne Zeit in der ich immer total aufblühe. Das Wetter hätte nicht besser sein können, um an der Nähmaschine zu sitzen eher kontraproduktiv aber das ein oder andere Teilchen ist trotzdem entstanden. Heute macht den Anfang ein „One Piece Maxirock“. Der Rock ist so einfach gestrickt, dass ihr nicht einmal einen richtigen Schnitt dafür braucht. Wie immer habe ich eine kleine Anleitung für euch gebastelt, dass sind die Materialien die ihr benötigt:

  • 1 -1,50 m  weich fallenden Stoff (Länge variiert je nach Größe, Breite 140/150 cm)
  •  3 cm breites Gummiband (Länge abhängig vom Umfang)
  • passendes Nähgarn
  • diverse Nähutensilien (Schneiderdreieck, Maßbänder, Handmaß, Kreide, Nadeln, Schere)

Maß nehmen:

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Anhand meiner Püppi zeige ich euch, wie ihr die Maße für euren Maxirock bestimmt. Hervorragend geeignet sind dafür Taillenmaßbänder, diese haben am Anfang einen kleinen Haken und ab 59 cm sind kleine Löcher zum einhaken eingestanzt. Probiert ein wenig herum um den idealen Sitz für das Bündchen zu ermitteln. Nehmt nun ein zweites Maßband zur Hand und messt von der oberen Kante des Taillenbandes bis zur gewünschten Länge. Mein Maxirock soll in der Taille sitzen und bodenlang sein, das entspricht einem Taillenumfang von 64 cm und einer Länge von 99 cm.

Wie versprochen benötigt ihr keinen Schnitt für diesen Rock. Er besteht nur aus einem großen Rechteck. Am besten eignet sich ein schön weicher/fließender Stoff, von Jersey bis Chiffon ist alles möglich. Meinen gemusterten Jersey habe ich vor ein paar Monaten in Oldenburg auf dem Stoffmarkt Holland entdeckt. Unglaublich aber wahr, dieser lag für wenig Geld auf einem der Wühltische. An diesen Ständen könnt ihr manchmal echte Schätze entdecken. Als ich den Stoff in der Hand hielt wusste ich ausnahmsweise mal sofort das muss ein Maxirock werden! Die Herbst-Termine des Stoffmarkt Holland sind übrigens online, damit ihr schon eure nächsten Einkäufe planen könnt habe ich diese Hier für euch verlinkt. Falls jemand in Bremen oder Hannover unterwegs ist sagt gerne Bescheid, würde mich freuen einige von euch mal kennen zulernen. So zurück zum Thema bzw. kommen wir zur Verarbeitung.

 

Zuschnitt:

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Im allerersten Schritt nehmt ihr euer Gummiband und schneidet es der entsprechenden Länge (64 cm) zu. Dieses könnt ihr erst einmal zur Seite legen und widmet euch nun eurem Stoff. Legt die Webkanten aufeinander, so dass die rechte (schöne) Seite innen liegt (man sagt auch den Stoff rechts auf rechts legen). Falls sich an den Webkanten diese kleinen Löcher befinden und der Abstand viel größer als die spätere Nahtzugabe ist, müsst ihr diese im schlimmsten Fall abschneiden. Wie schon oft erwähnt sind die Schnittkanten meistens nicht gerade geschnitten, so dass wir eventuell nachhelfen müssen. Dafür benutzt ihr das Schneiderdreieck, die kurze Seite wird an der Webkante angelegt und an der langen Seite zeichnet ihr mit Kreide eine neue Linie an, mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Lineal zu kurz also erweitert ihr die Linie bis zum Bruch. Im Anschluss schneidet ihr an der Linie entlang und erhaltet somit die obere Kante eures Rockes, welcher später an das Gummiband genäht wird. Von der oberen Kante messt ihr nun die gewünschte Länge nach unten ab. Ich habe mich für 105 cm entschieden etwas länger als meine gemessene Länge, denn im nachhinein abschneiden ist einfacher als etwas ranbasteln zu müssen. Die Nahtzugaben sind alle inklusive, ihr müsst nichts extra anzeichnen.

 

Nähen:

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Damit euch die Kante des Stoffes beim Verarbeiten nicht ausfranst bzw. aufribbelt, versäubert ihr die obere Stoffkante mit der Overlock oder einem Zick-Zack-Stich. Sollte euer Stoff „robust“ genug sein könnt ihr diesen Schritt auch auslassen, da Stoff und Gummi später mit einem Zick-Zack-Stich zusammengefasst werden. Im nächsten Schritt heißt es die 140/150 cm Stoffbreite auf die 64 cm Länge des Gummibandes zu bekommen, das hatte ich mir im erstem Moment einfacher vorgestellt…Gummi einfach so weit auseinander ziehen bis es passt. Nur gestaltete es sich schwierig das Gummi auf die 2 1/2 fache Länge zu dehnen.:D

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Okay also musste Plan B her, die Lösung hieß „Kräuseln“! Stellt dafür den normale Steppstich mit der größtmöglichsten Stichbreite (4 mm) an eurer Maschine ein. Dazu habe ich die Nadel nach links verstellt und Füßchen breit entlang der oberen Kante gesteppt (Nähfuß verläuft entlang der Schnittkante). Am Anfang und Ende der Naht wird nicht verstichelt und die Fäden sollten etwas länger verschnitten werden. Sucht euch einen Faden aus an dem ihr nun mit dem Kräuseln beginnen wollt, Ober- oder Unterfaden ist egal solang man bei einer Variante bleibt.

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Der Stoff wird soweit eingereiht bis die Länge des Gummiband erreicht ist. Im Anschluss kann beides aufeinander gesteckt und mit einem Zick-Zack-Stich an der Maschine genäht werden. Die Stichlänge liegt bei 2 mm und die Stichbreite bei 3 mm. Der Stoff ist nun wunderbar gekräuselt an das Gummiband genäht und durch den Zick-Zack-Stich ist gewährleistet, dass die Naht beim dehnen elastisch ist und nicht reißt. Die Kräuselnaht auf dem Oberstoff könnt ihr mit gutem Gewissen entfernen, alles sollte fest vernäht sein.

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So sieht eurer Rock also bisher aus…im nächsten Schritt faltet ihr den Rock rechts auf rechts, die vordere Mitte liegt somit im Bruch und die hintere Mitte wird mit ein paar Nadeln gesteckt. Die Naht wird mit Hilfe einer Overlock oder per Zick-Zack-Stich geschlossen. Die Fadenreste der Overlock habe ich einfach auf der Nahtzugabe nach unten geschlagen und bin noch einmal mit dem Zick-Zack-Stick drüber gegangen, damit die Naht auch richtig schön fest ist.

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Jetzt heißt es nochmal anprobieren, damit ihr die Länge anpassen könnt. Zieht den Rock so an wie er letztendlich sitzen soll und messt noch einmal mit dem Maßband die gewünschte Länge ab. In meinem Fall ergab sich bis zum Boden eine Länge von 97cm. Aber nicht voreilig sein und sofort abschneiden, denn für den Saum solltet ihr mindestens 2 cm dazu rechnen.

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Der Saum wird doppelt eingeschlagen, am besten zeichnet ihr euch vorher ein bzw. zwei Linien bei 2 und 3 cm ein. Zuerst schlagt ihr die Saumkante ein, so dass sie auf die 2 cm Markierung trifft und dann schlagt ihr den Saum erneut zur 3 cm Markierung ein. Damit der Stoff schön elastisch bleibt, wählt ihr zum Nähen am besten wieder einen schmal eingestellten Zick-Zack-Stich oder einen elastischen Steppstich. Das variiert je nach Maschine, wenn ihr euch nicht sicher seid schaut einfach mal in der Beschreibung nach.

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Und schon habt ihr euren One Piece Maxirock fertig. Es ist eine super schnelle Sache und definitiv Anfänger-freundlich! Manchmal sind die simpelsten Sachen die Besten. Mit wenig Aufwand holt ihr das Maximum aus einem Stück Stoff heraus und das ganz ohne Schnitt oder ähnlichem. Den Maxirock könnt ihr beliebig kombinieren, vom Tanktop bis zur Bluse ist alles möglich.  Passend zum Rock habe ich schnell ein „Two Piece Shirt“ genäht, dieses könnt ihr auf dem unteren Bild sehen, auch hier ist kein Schnitt nötig. Vielleicht werde ich demnächst dazu auch noch eine kleine Anleitung machen, die Bilder sind auf jeden Fall im Kasten.

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Also Mädels ran an die Nähmaschine, der Sommer hält sich zum Glück noch ein wenig und da darf in eurem Schrank auf keinen Fall ein Maxirock fehlen! Ich hoffe meine nähenden Kolleginnen, aber auch die Anfänger unter euch können sich dafür begeistern und wie immer würde ich mich über euer Feedback und auch Bilder zu euren Werken freuen.

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