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Die Culotte aka der Hosenrock

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DATE: 6 Juli, 2016
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Verschollene Trends, wir alle kennen sie! Die einen brauchen länger, die anderen weniger. So gut wie fast alles kommt wieder, egal wie sehr wir uns dagegen wehren. Obwohl ich nicht der Typ bin der Trends hinterher rennt, erwischt es mich von Zeit zu Zeit eiskalt und ich komme um das ein oder andere Kleidungsstück nicht drum herum! Heute geht es um das Thema „Culotte“, oder auch Hosenrock gennant. Schon im letzten Jahr haben sich die Hosen mit den weiten Beinen langsam wieder eingeschlichen. Früher fand ich sie einfach nur grausam und konnte nie verstehen, was meine Mutter oder auch andere Leute diesen Dingern abgewinnen konnten. Blöd nur, dass sich Ansichten und Meinungen ändern und ich die Teile nun ganz schön lässig finde.:D Natürlich war mein erster Gedanke, mal wieder „OhOh Nessa…lass die Finger davon“! Das wird nix mit deiner Größe, aber der sture Zwerg in mir hat sich letztendlich mal wieder durchgesetzt. 😛 Meine Hauptinspiration hatte ich aus der BurdaStyle, dort gab es einige Modelle und es galt nur noch das richtige zu finden. Ich für mich wollte gerne ein High Waist Model mit nicht allzu weiten Beinen, lieber erstmal langsam rantasten. Dazu kommt aber auch noch, dass ich mal wieder durch den Stoff eingeschränkt wurde. Denn bevor ich wieder Geld für Stoff rauswerfe, wollte ich einfach mal sehen, was mein Lager so hergibt und was soll ich sagen…ich wurde nicht enttäuscht!:)

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Ich kann euch leider gar nicht genau sagen, was für ein Stoff das ist. Er hat zwei schöne Seiten, auf der einen überwiegt das schwarz Muster und auf der anderen das Beige…man hätte rein theoretisch beide Seiten verarbeiten können. Ich habe mich für die dunklere Seite entschieden, auf dieser kommt das Muster besser zur Geltung. I know der Stoff ist für einige wahrscheinlich wieder sehr gewöhnungsbedürftig, auch ich war mir nicht ganz sicher, ob das Muster mich platt macht. Aber getreu meinem Motto „Probieren geht über studieren“, habe ich mich einfach getraut.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich Hosen liebe…allerdings habe ich vor der Verarbeitung den größten Respekt! Reißverschlüsse und ich das ist wie Feuer und Wasser, dachte ich zumindest.:D Aber dazu später mehr. Den perfekten Schnitt gab es in der BurdaStyle 04/2015 Modell 113A. Das mein Stoff ein wenig Ähnlichkeit mit dem aus der Zeitschrift hat, ist mir erst im nachhinein aufgefallen.

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Ohne mich auszumessen, habe ich mich sofort für die 34 entschieden, da ich mir dachte die 36 wird wie immer zu groß sein. So mutig wie es jetzt rüberkommt, war ich allerdings nicht und habe die Hose fix aus Nessel zugeschnitten. Einfach nur bis kurz unterhalb des Schritts, der Rest kann durch die Weite vernachlässigt werden. Ich hatte ein wenig das Gefühl das es knapp werden könnte, aber bevor ich zig Änderungen hätte machen müssen, nahm ich das in Kauf.

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Bevor es also los ging habe ich endlich meine Nähprojekt-Vorlage eingeweiht. Auch wenn ich absolut nicht zeichnen kann habe ich mich mit einer kleinen Skizze abgemüht, ist viel Luft nach oben…hätte aber schlimmer sein können!:D Auf das zweite Feld kommt eine Stoffprobe. Die Vorlage ist auch super geeignet, wenn ihr euch einen Überblick über euer Stofflager verschaffen wollt. Jeweils eine Stoffprobe auf eine Blanko-Vorlage kleben, die Menge dazu schreiben und alle Blätter in einen Ordner heften. Sobald ihr dann ein Projekt habt könnt ihr dann die Nähzutaten und wichtige Steps ergänzen. 🙂

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Verarbeitung

Bevor es an die Verarbeitung geht ist es super wichtig nach dem Zuschnitt, die vordere Mitte sowie die Reißverschlusssteplinie mit Heftfaden auf die rechte Seite zu übertragen. Sobald ihr alles ordentlich markiert habt, kann es endlich losgehen. . Zuerst werden die Abnäher an den rückwärtigen Hosenteilen geschlossen und zur Mitte gebügelt. Vorne wird Anstelle von Abnähern mit Falten gearbeitet, diese werden so geheftet, dass sie zur vorderen Mitte „aufspringen“. Natürlich wird alles in Zeitlupe gemacht, damit man sich so lange wie möglich vor dem Reißverschluss drücken kann! 😀 Spaß beiseite, bevor es soweit ist geht es erstmal mit den Taschen weiter.

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Bei diesem Modell sind Eingriffstaschen in der Seitennaht vorgesehen, dafür versäubert ihr zuerst die Seitennähte der Hosenteile und die Ansatzkanten der Taschenbeutel. Die Taschenbeutel werden nun rechts auf rechts auf die Hosenrockteile gesteckt. Achtet darauf, dass die Querstriche, die den Eingriff markieren genau aufeinander treffen. Steppt nun ganz knapp auf der Nahtzugabe neben der Nahtlinie und bügelt die Nahtzugabe zur Seite bzw. unter den Taschenbeutel. Im nächsten Schritt steppt von der rechten Seite die vorderen Taschenbeutel dann ganz knapp neben der Ansatznaht auf die Nahtzugaben.

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Jetzt heißt es die Taschenbeutel zusammen bringen, dafür werden die Seitennähte der vordere und rückwärtige Hosenteile aufeinander gesteckt und gesteppt, lasst dabei die Öffnung für den Eingriff zwischen den Querstrichen aus! Im Anschluss bügelt ihr die Seitnähte auseinander und die vordere Eingriffskante schön flach. Legt nun beide Taschenbeutel in das vordere Hosenrockteil und steckt nur diese mit ein paar Nadeln zusammen. Ein Beutel wird jetzt etwas überstehen, diesen gleicht ihr einfach mit der Schere an den anderen an. Danach könnt ihr die Taschenbeutel aufeinander steppen und auch versäubern.

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Den Teil mit dem Schließen der inneren Beinnähte und der Mittelnaht spare ich mir jetzt einfach mal, in der besagten Burda gibt es nämlich auch eine super bebilderte Anleitung, wo ihr alles nochmal genau nachlesen könnt. Kommen wir jetzt zu dem spannenden Teil und zwar der Reißverschluss. Und soll ich ehrlich sein…so spannend war dieser leider gar nicht. 😀 Es hat alles besser funktioniert als gedacht! Das einzige was ich etwas verkackt habe, ist der Abstand auf der einen Seite des Reißverschlusses. Ich muss aber zugeben, dass ich doch 3-4x über die Anleitung rüberlesen musste, weil das letzte Mal so lange her ist. Ich werde das ganze Thema auch noch mal etwas ausführlicher behandeln und fasse jetzt nur kurz zusammen.

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Der rechte Besatz wird an der vorderen Mitte nach innen umgeheftet und am linken Besatz schneidet ihr 2 cm neben der vorderen Mitte ab. Auch hier wird der restliche Besatz nach innen umgeheftet, allerdings 5 mm neben der vorderen Mitte, damit der Reißverschluss später nicht rausschaut. Laut Anleitung sollte die Nahtzugabe eingeschnitten werden, was ich aber nicht als nötig empfand. Mit dem Einschneiden ist immer so eine Sache, ich habe ja immer das Glück, dass ich die Stoffe aus der Hölle verarbeite die unendlich viel Fransen. 😀 Keine Frage bei Rundungen etc kommt man nicht drum herum, aber in diesem Fall konnte ich darauf verzichten.

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Mit dem Reißverschlussfuß wird nun der Reißverschluss auf der linken Seite bis zur Markierung schmal festgesteppt, dafür die Stoffkante relativ nah an den Zähnchen entlangführen. Um die rechte Kante an den Reißverschluss zu nähen werden erstmal Mitte auf Mitte gesteckt, denkt dran, am linken Schlitz habt ihr die Kante etwas rausgeschoben. Im besten Fall sollte euer Reißverschluss nun wirklich nicht mehr zu sehen sein. Nun wird der Reißverschluss nur auf den Besatz gesteppt und hierbei ist mir auch mein Fehler unterlaufen. Denn so übereifrig wie ich war, dachte ich der Reißverschluss muss genauso schmal gesteppt werden wie auf der linken Seite. Auf der Zeichnung sah es so aus, weshalb ich auch nicht weiter drüber nachgedacht habe. Tja also etwas weniger Spielraum für die Finger, aber ich hab es nicht als Grund gesehen, das Ganze nochmal aufzutrennen. Next Time!;)

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Von rechts muss nun nur noch die markierte Steppline von oben bis zum Beginn der Rundung gesteppt werden. Um den Verschluss zu vollenden fehlt nur noch der Schlitzuntertritt, dieser wird längs rechts auf rechts gefaltet und die untere kurze Seite wird gesteppt. Danach verschneidet, wendet und bügelt ihr den Untertritt wieder. Versäubert nun die Längskanten zusammen mit der Overlock.

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Diese Kante wird auf die Zugaben der linken Schlitzkante gesteckt. Legt euch die Schlitzkante nun so, dass die Nahtzugabe zu euch schaut und ihr dicht neben der Reißverschlußnaht steppen könnt. Damit ihr die Rundung der Stepplinie absteppen könnt, müsst ihr den Reißverschluss schließen. Beim Absteppen wird der Untertritt mitgefasst und ist somit auch unten befestigt. So das war also der Reißverschluss! Wtf?!…Das war alles? Kann mir bitte jemand sagen warum ich mir vorher so in die Hose gekackt habe?:D Haschtag des Tages lautet somit #NoMoreZipperPanik! Ich werde demnächst nochmal eine only Zipper Anleitung posten, da es mit diesem Stoff relativ schwierig zuerkennen ist.

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Die Bund- und Saumverarbeitung lasse ich jetzt mal bewusst weg, der Text ist eh schon viel zu lang.:D Ich habe echt versucht mich so kurz wie möglich zu fassen…sagte sie und war bei fast 1500 Wörtern. I`m sorry!:D Ich komme jetzt einfach zum Ende, denn ihr möchtet sicherlich endlich das Endergebnis sehen.:)

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Ich freue mich schon wahnsinnig auf den Fashion-Post und bin gespannt was ihr davon haltet! Es ist einfach mal was ganz anderes, ein Look in dem man mich selten sieht. Wenn das Wetter mitspielt, werden am Wochenende die Fotos gemacht. Und für alle die solange durchgehalten haben, gibt es hier meine Nähprojekt-Vorlage zum herunterladen. Habt noch eine schöne Restwoche.

Mini

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1 Comment
  • Fredi sagt:

    Ich bin einfach nur begeistert. Ich liebe den Stil dieser Hosen! Muss ich wohl mal im Laden eine testen, ob mir das steht und dann vielleicht eine nähen 😉
    Liebe Grüße, Fredi

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