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DIY-Kimono inklusive Schnittmuster

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DATE: 27 Juli, 2016
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Im letzten Beitrag habe ich dir meinen Kimono gezeigt und ein paar Tipps gegeben wie man die luftigen Teilchen kombinieren kann. Wie versprochen kommt heute die Anleitung damit du auch einen eigenen DIY-Kimono nähen kannst. Dafür habe ich mich mal wieder ein wenig mit der Schnittkonstruktion auseinander gesetzt. Der Kimono ist vom Aufbau sehr einfach, es gibt viele verschiedene Varianten. Was sich jedoch nie verändert hat, ist die typische geradlinige T-Form, diese ist seit Anbeginn erhalten geblieben. Bevor es losging habe ich mir erstmal den Kopf zerbrochen hinsichtlich der Verarbeitung. Wie gestaltet man am sinnvollsten den Halsausschnitt und die vordere Mitte, um bei der Verarbeitung so wenig Aufwand wie möglich zu haben?!

Ich bin alle möglichen Szenarien durch gegangen, von einem Beleg über Schrägband bis hin zum einfachen Säumen. Das Schrägband schied leider sehr früh aus, da es einfach nicht so schön mit meinen Stoffen harmonierte. Auch der Beleg blieb auf der Strecke, das hätte nämlich meinen Plan mit nur einem Meter Stoff auszukommen nicht aufgehen lassen. Desweiteren wollte ich auf keinen Fall gerade Kanten zumindest nicht im Halsbereich, da ich diese eckigen Übergänge nicht so schön finde. Die Lösung lautete also etwas rundes muss her, was auch säumbar ist! Damit du dir ein Bild machen kannst, habe ich eine kleine Skizze angefertigt.

Skizze

Bis ich die perfekten Rundungen gefunden habe, hat es ein paar Anläufe gebraucht. Als der Übergang für mich stimmig was, habe ich auf Instagram gleich ein Ergebnis gepostet. Es gab viel Zustimmung, aber einige von euch hätten auch gerne eine Variante ohne Rundung an der vorderen Mitte gehabt. Euer Wunsch war mir Befehl! 😀 Somit sind eigentlich gleich zwei Kimono- Schnitte entstanden.

Für einen hüftlangen Kimono benötigst du folgende Materialien:

  • 1 Meter Stoff
  • Nähmaschine/Overlock
  • Bügeleisen
  • Nähzubehör (Zuschneideschere/Fadenschere, Nähgarn, Kreide, Gewichte o. Stecknadeln)

Am besten eignen sich sehr leichte, fließende Stoffe, wie zum Beispiel Crêpe de Chine, Chiffon oder eine leichte Viskose. Damit du mit einem Meter Stoff auskommst wird im „falschen Fadenlauf“ zugeschnitten (in Richtung der Schußfäden). Bei meinem ersten Modell war das musterbedingt nicht möglich, denn dieses war nicht durchgängig und somit gestaltete sich der Zuschnitt etwas komplizierter. Plant für so einen Fall lieber etwas mehr Stoff ein, oder der Kimono wird dementsprechend kürzer.:)

Der Zuschnitt

Nachdem dein Stoff vorgewaschen und gebügelt ist, legt du ihn rechts auf rechts in den Bruch. Kaum zu glauben, aber mein Stoff war wirklich gebügelt auch wenn es nicht so aussieht!:D Leg den Schnitt nun so auf, dass die Schulternaht auf dem Stoffbruch liegt und beschwere das Ganze mit Gewichten oder stecke ein paar Nadeln. Falls dein Stoff aufgrund des Musters einen Zuschnitt im Bruch nicht hergibt, kannst du das Ganze natürlich auch bei einfacher Stofflage zuschneiden. Dafür spiegelst du den Schnitt dann einfach an der Schulternaht/Stoffbruch-Linie.

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Ich habe keine extra Nahtzugabe angezeichnet, da die paar Millimeter die nachträglich durchs Nähen verloren gehen nicht großartig etwas an der Größe verändern. Zuerst schneidest du entlang der Ärmelsäume und der Seitennähte den überflüssigen Stoff weg. Den Saum schneidest du auch komplett gerade entlang, wundere dich nicht wegen der Öffnung, da kommen wir gleich zu.

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Sicherlich hast du dich schon gefragt, wofür der Bogen ist, der über den Bruch hinaus ragt? Das ist unser rückwärtiges Halsloch! Dafür faltest du das „Schnittteil“ einfach auf den Stoff und schneidest beide Stofflagen entlang der Rundung ab.

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Jetzt kommen wir zu der „Öffnung“ am Saum, diese wird unsere vordere Mitte. Dabei ist es wichtig, dass du nur die obere Stofflage(!) zerschneidest, einfach entlang der Kanten bis in das Halsloch. Im Idealfall hast du nach dem auseinanderfalten einen schön geformten Halsausschnitt, sollte dieser noch nicht so perfekt sein kannst du mit der Schere noch ein wenig nacharbeiten. Dein Zuschnitt ist somit fertig und es geht ab an die Nähmaschine. 🙂

Die Verarbeitung

Normalerweise komme ich lieber mit so wenig wie möglich Nähzubehör aus. Im Fall des Schmalsaumfuß habe ich mich aber gerne eines besseren belehren lassen. Damit bekommst du dünne Stoffe super in den Griff und perfekt schmal abgesteppt.

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Um dir etwas die Angst zu nehmen, auch ich hatte meine Schwierigkeiten am Anfang. 😀 Den Stoff in die Führung zu bekommen, schien fast unmöglich. Aber es gibt einen kleinen Trick bei der Sache…die Lösung lautet: Die Kante ein paar Millimeter umbügeln! Diese Kante könnt ihr dann super einfach in die Führung hineinschieben und dann ist es ein Selbstläufer.:)

Zuerst werden die Säume, Ärmelsäume und im Anschluss die vordere Mitte bzw. der Halsausschnitt genäht. Die Rundungen lassen sich super mit dem Füßchen verarbeiten, nur die Ecken an vorderer Mitte bzw. dem Saum können etwas tricky sein, aber mit etwas Fummelei definitiv machbar.:)

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Das war es auch schon fast, es fehlen nur noch die Seitennähte. Dafür legst du die Vorder- bzw. Rückenteile aufeinander, steckst diese mit ein paar Nadeln und nähst danach mit der Overlock entlang der Kante. Falls du keine Overlock hast, kein Problem dann nähst du füßchenbreit entlang der Kante mit einem normalen Steppstich und im Anschluss versäuberst du die Kante mit einem ZickZack-Stich. Und so könnte dann dein Kimono aussehen. 🙂

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 Hier kannst du dir den Schnitt herunterladen:

OneSize Kimono – 2 Varianten

Also nichts wie ran an die Nähmaschine und dann den Sommer im Kimono genießen! Ich hoffe du hast Freude mit dem Schnittmuster. Natürlich würde mich sehr über ein paar Bilder deiner Ergebnisse freuen! Für Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

Verlinkt: MeMadeMittwoch

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