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Nie wieder ohne meine Bomberjacke – Autumn Streetstyle

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DATE: 6 Oktober, 2016
COMMENTS: 9

Endlich sinken die Temperaturen, es war also es nur eine Frage der Zeit bis die erste Jacke genäht werden musste. Ich habe viel und lange darüber nachgedacht was ich machen könnte, neben diversen Mänteln auf meiner ToSew-Liste, wollte ich gerne noch etwas anderes, aber was war die Frage?! Es ist glaube ich keine Geheimnis mehr, dass ich ein riesengroßer Blouson-Fan bin. Warum also nicht mal ein etwas „dickeres“ Modell probieren, welches perfekt für den Übergang geeignet ist?! Die logische Schlussfolgerung war eine Bomber- bzw. Fliegerjacke.

Diese Sahnestücke haben es mir total angetan, leider sind sie durch die ein oder andere Subkultur in Verruf geraten. Super schade da man aufgrund dessen zweimal über das Tragen nachdenkt. Zum Glück hat sich das Blatt mittlerweile gewendet und man bekommt nicht mehr sofort den besagten Stempel aufgedrückt, nicht zuletzt auch durch die Modeindustrie die das Ganze durch viele wunderschöne Varianten entschärft hat.

Die klassische Grundform einer Bomber- bzw. Fliegerjacke besticht durch ihre weitgeschnittene Form, mit Strickbündchen am Kragen, Ärmeln und dem Saum. Diese Jacke wurde ursprünglich für die Flieger der US-Army entworfen. Es wurde nicht nur an funktionelle sondern auch an viele praktische Details gedacht, wie zum Beispiel Stauraum in Form von verschiedenen Taschen-Varianten. Ein weiteres sehr auffälliges Merkmal ist der Metallreißverschluss, welcher entweder komplett sichtbar oder durch einen Beleg verdeckt ist. Da sie überwiegend aus Nylon gefertigt werden sind sie der perfekte Begleiter, robust und unkompliziert!

Weil unkompliziert und ich nicht zusammenpassen, gibt es bei mir natürlich kein Nylon. 😀 Denn ich hatte mich schon seit einiger Zeit in einen olivfarbenen Steppstoff verguckt. (Am Ende des Posts gibt es wie immer die Verlinkungen.) Auch der perfekte Schnitt in der Burda Style 10/2016 war schnell gefunden. Hingegen all der super schönen Details die die Bomberjacke ausmachen, war bei diesem Modell davon aber nicht mehr viel übrig. Weder Strickbündchen noch Taschen, aber da durch den Steppstoff schon genug los sein würde, konnte ich mich mit diesem Kompromiss gut arrangieren. Die Jacke so einfach wie möglich zu halten hatte auch seinen Reiz, so hebt Sie sich immerhin etwas von der Masse ab.

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Bei der Verarbeitung gab es einen wichtigen Punkt den ich übersehen hatte, ohne groß die Anleitung zu lesen, habe ich nur die Zutaten-Liste studiert. Dort waren Oberstoff, Futter sowie Volumenvlies aufgelistet. Kurzzeitig fühlte ich mich überlegen…Höhöh hatte ja schließlich schon Steppstoff gekauft und konnte mir so das Vlies aufsteppen sparen. Die Lösung für das Futter erschien mir auch plausibel, nimmste einfach den Oberstoff. Schließlich war die Dicke des Stoffs inklusive Vlies nur 3 mm, hörte sich nach nicht allzu viel an. Merke: Ist aber eigentlich schon viel. Naja who cares, so ist auf jeden Fall sichergestellt, das ich nicht erfrieren werde. 😀

Nach dem Zuschnitt habe ich dann auch endlich festgestellt, dass das Futter direkt mit hinter das Vlies gesteppt worden wäre. Tja, Steppstoff nochmal absteppen kam mir albern vor…also hab ich mich für die separate Futterverarbeitung entschieden. Hatte schließlich schon vorher so in meinem Kopf stattgefunden. 🙂 Ich habe also zuerst die Oberstoffjacke und im Anschluss die Futterjacke komplett fertig genäht. Beim zusammenbringen beider Teile, hab ich mich dann aber doch nochmal blöd angestellt. Schön die Ärmelsäume und den Halsausschnitt aufeinander gesteppt…hat sich als blöde Idee rausgestellt. Also der Ausschnitt war top, aber ich hatte auf einmal „Endlosärmel“.  Hach, das Ganze wär nur halb so spaßig ohne solche Denkfehler. 😀 Nach dem Auftrennen habe ich mir alles einigermaßen hingewurschtelt, dadurch dass der Halsausschnitt schon genäht war gestaltete es sich etwas umständlich aber machbar.

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Es ging weiter mit dem Heften des Reißverschlusses auf den Oberstoff, alles andere wäre fahrlässig gewesen denn der Stoff war schon ziemlich rutschig. Dadurch dass der Saum noch offen war konnte ich die Jacke super easy wenden und die vordere Mitte rechts auf rechts aufeinander stecken (der Reißverschluss war dazwischen gefasst).  Jetzt blieb nur noch das Problem mit den Gummibändern, klar bei den Ärmeln war es keine große Sache. Dort habe ich eine ca. 3 cm große Öffnung am Saum des Futterärmels stehen lassen und im Anschluss den kompletten Ärmelsaum (Ober- & Futterstoff) bei einer Breite von 3,5 cm abgesteppt. Danach konnte das Gummiband ganz einfach eingezogen werden.

Am Saum gestaltete sich das ganze schon etwas schwieriger, denn das Gummi musste schon vorher irgendwie an der vorderen Mitte befestigt werden. Mit Sicherheit hätte man es auch von außen absteppen können, aber das kam für mich nicht in Frage. Alles war so schön unsichtbar, also musste das auch irgendwie klappen! Ich habe den Saum geschlossen, bis auf eine 25 cm große Wendeöffnung. Da die Jacke immer noch auf links lag, habe ich die Gummibänder jeweils an der Nahtzugabe der vorderen Mitte festgesteppt. Somit waren die Bänder fest und ich konnte die Jacke wenden, auch hier habe ich eine Öffnung am Saum der hinteren Mitte des Futters stehen gelassen.

Sobald die Gummibänder im Inneren komplett gerade lagen, konnten beide durch die Öffnung hindurch gezogen werden. Bevor allerdings die endgültige Weite eingezogen werden konnte, musste ich die Wendeöffnung per Hand schließen und den Saum von rechts bei ca. 3,5 cm Breite absteppen. Wichtig ist nur das Gummi nicht mitzufassen…da ist man nur einen Augenblick unaufmerksam und schon war es passiert. 🙁 Nach dem Trennen und Ausbessern konnte ich endlich die Gummibänder gleichmäßig einziehen und bei der benötigten Weite zusammenzunähen. Der letzte Step war das Schließen der kleinen Durchzugsöffnungen per Hand.

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Nun habe ich schon wieder viel mehr zur Verarbeitung geschrieben, als ich eigentlich geplant hatte. Soviel zum Thema Fashion und „Making Of“ trennen. 😀 Ging heute aber leider nicht anders, ich hatte mir fest vorgenommen alles zu dokumentieren. Aber irgendwie war ich so im Flow, dass ich es teilweise vergessen habe. Ich bin aber schon an einer Lösung dran. 😉

Für die Bilder hatte ich ein bestimmtes Bild im Kopf, da meine Jacke dem Namen „Bomberjacke“ alle Ehre macht musste irgendwas schlichtes bzw. schmales her. Wie gesagt war ich im Flow und habe mir einen eigenen Schnitt für ein enges Strickkleid gebastelt, als Grundlage diente mein Strickrock (man munkelt dazu kommt demnächst etwas auf dem Blog).  Die Kombi ist wie für einander gemacht und wurde gekrönt durch eine fette Statementkette und Sneakers.

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Bomberjacke: Moments Enchanteurs

Steppstoff: STOFFin.de

Rippstrick-Kleid: Moments Enchanteurs

Stoff: Stoffmarkt Holland

Kette: H&M (etwas älter)

Sneaker: Stiefelparadies 

Verlinkt: Rums

Dieser Style ist definitiv was anderes, zu den bisherigen Outfits die ich gepostet habe. Aber genau das macht mir so unheimlichen Spaß, einfach mit der Mode spielen/herum experimentieren. Man kann sich immer wieder neu erfinden und all seine Facetten zeigen. Sich auf einen Stil komplett festlegen kann und will ich nicht, denn das bin nun mal ich in all meinen Farben und Formen. Ich bin mit meiner Bomberjacke und dem Strickkleid mega happy. Die Kombination hätte nicht cooler sein können, es hat sich genauso gut angefühlt wie es aussieht…aber nun interessiert mich natürlich wie immer noch deine Meinung. Ich bin so gespannt! Habt noch eine schöne Restwoche und genießt das Wochenende. 🙂

Mini

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9 Comments
  • Leni sagt:

    Ich finds mega cool, dass du das selbst genäht hast! Die Jacke ist auch echt hübsch geworden, wie lange dauert das denn ungefähr mit dem Nähen? Hört sich ziemlich aufwändig an!
    Liebe Grüße 🙂

  • Lina sagt:

    Meine Güte…ist die toll geworden! Absoluter Knaller! Mir gefällt es sehr, dass Du so ausführlich berichtest……das kann ich richtig gut nachvollziehen….auch die kleine Fehlerchen. 🙂 Echt….steht Dir großartig!

    LG
    Lina

  • Birgit sagt:

    Hallo Nessa, ein super tolles Outfit ist dir gelungen. Kompliment. Deine Fotostrecke wie immer sehr gelungen. Ich bin derzeit auch mit einem Blouson beschäftigt und schon gespannt, wie ich die Bündchen meistern werde. Ärmel sind ja nicht das Problem, aber am Saum 🤔 Ich habe daher deinen Post mit viel Freude und Respekt gelesen. Liebe Grüße Birgit

  • Deine Bomberjackengeschichte habe ich sehr gerne gelesen, zumal mir auch vieles bekannt vorkommt, wie z.B. die Endlosärmel.
    Mit dem Strickkleid zusammen ein tolles Outfit!
    LG
    Susanne

    • Nessa sagt:

      Huhu Susanne,
      erinnere mich bloß nicht an die Ärmel! 😀 Das war so doof, ich bin aber jedes Mal aufs neue überrascht mit wie viel Überzeugung man an eine Sache rangehen kann. Ich war so felsenfest der Meinung, dass es so geht und nicht anders und dann hat mich die Realität eingeholt. Aber sowas gehört einfach dazu, ich finde das vollkommen okay. 😀
      Liebe Grüße Nessa

  • Andrea sagt:

    hallo! Ich finde deine Jacke mega genial!!! zusammen mit dem Kleid ein wunderbares Outfit!
    Den Schnitt wollte ich auch schon ausprobieren… verrätst du mir die Größe, die du für dich genäht hast? und musstest du am schnitt was ändern? er kam mir im heft ziemlich groß vor…
    lg von andrea

    • Nessa sagt:

      Huhu Andrea, danke sehr! 🙂 Ich habe Größe 36 genommen, außer Ärmel kürzen gab es keine weiteren Änderungen. Ja sie ist schon relativ weit geschnitten, was mir allerdings in die Karten gespielt hat, bei meinem dicken Futter. Aber ich denke ohne Futter kann der Stoff noch besser fallen und sie kann sehr edel wirken. Glaube der Schnitt ist sehr vielseitig, ich hatte zwar Bedenken wegen der Länge, das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Dadurch das sie so Voluminös ist, passt die kurze Länge perfekt. 🙂
      Liebe Grüße Nessa

  • Petronella sagt:

    Coole Jacke und tolle Fotos! ich bin auch bekennender Blousonfan. In diesem Jahr habe ich mir schon drei genäht und zwei gekauft.
    LG
    Petronella

    • Nessa sagt:

      Danke liebe Petronella. 🙂 Die Teile sind auch einfach nur schön und praktisch! Vor allem gibt es Blouson ja mittlerweile in alle Farben und Formen, da wird es nie langweilig. 🙂
      Liebe Grüße Nessa

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