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Boulekleid – Burda Style 12/2015 Mod.109

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DATE: 19 Januar, 2017
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Heute weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Diese Jahr wollte ich unbedingt etwas selbst genähtes zu Weihnachten tragen, verdammt eigentlich muss es mittlerweile letztes Jahr heißen…die Zeit ist einfach zu schnell für mich. Man könnte fast meinen ich war über motiviert! Warum dann doch alles anders gekommen ist, erzähle ich dir jetzt.

Mein Plan war es ein wunderschönes, edles Samtkleid in schwarz zu nähen. Der Stoff dafür war mal wieder ein Spontan-Kauf bei Alfatex, eigentlich lag er schon seit ein paar Monaten im Schrank und hat darauf gewartet verarbeitet zu werden. Leider stellte sich recht schnell heraus, dass der Rollkragenkleid-Schnitt aus der Burda Style nicht die beste Wahl war. Schnell musste ich mir eingestehen, dass die Material-Auswahl für diesen Schnitt nicht geeignet war, nein Moment, besser gesagt war es ein riesen Griff ins Klo! 😀

Ich war total deprimiert und mit jeder Änderung wurde es schlimmer, vielleicht hast du damals das Drama in meiner Instagram-Story mitverfolgt. Der Schnitt war trotz Größe 34 viel zu groß und mit dem Rollkragen sah es furchtbar bieder aus, das war so gar nicht meins. Ach ja dass ich mal wieder auf eine Probe verzichtet habe, muss ich nicht weiter erwähnen oder?! Wer nicht hören will muss fühlen! 😉 Ich denke mit einem anderen Material bzw dem „passenden“, kann das Kleid ein richtiger Hingucker sein. Wie man ja auch unschwer auf dem Beispiel erkennen kann. Vielleicht gebe ich dem Ganzen irgendwann nochmal eine Chance, denn so in Kombi mit Overknees, wäre es definitiv genau meins.

Für großes Gejammer fehlte mir zum Glück die Zeit! Denn es war nur noch knapp eine Woche bis Weihnachten, und ich saß wieder ohne Schnitt und Stoff da. Warum ich so besessen von der Idee war, weiß ich selber nicht. Ich denke es liegt daran, dass ich mir noch nie etwas zu Weihnachten genäht habe. Völlig unvorstellbar, aber wahr!

Schließlich bin ich noch einmal in mich gegangen und habe überlegt, was bei dem anderen Kleid alles schief gelaufen ist und was ich auf gar keinen Fall möchte. Die Alternative durfte also nicht hochgeschlossen sein, sollte mehr Platz für jede Menge Essen bieten, aber dennoch très chic sein! 🙂 Ein Blick auf die ToSew-Liste und in das „Lager“ und schon war klar was es wird…ein Boulekleid.  Du fragst dich jetzt sicher, ob ich mir das auch gut überlegt habe? Zu recht! Mir war klar, dass die Chance besteht, dass auch dieses Projekt in einem Desaster endet. Denn bei dieser Art von Schnitt kann man sehr schnell nach Tonne ausschauen.

Da ich für dieses Kleid einen meiner absoluten Lieblingsstoffe anschneiden wollte und der Schnitt auch erst ab Größe 36 los ging, war eine Probe unumgänglich. Eine zweite Katastrophe hätte ich nicht verkraftet. 😀 Das hatte aber den Vorteil, dass ich mich mit der Verarbeitung auseinander setzen konnte, was bei Nessel um einiges einfacher war, als bei meinem Bouclé. 🙂 Aber das ist Meckern auf ganz hohem Niveau, denn gerade der Stoff macht dieses Kleid aus.

Ich habe also wie gesagt, die Größe 36 verarbeitet und musste lediglich kleine Änderungen an den Abnähern vornehmen, was mich wirklich sehr überrascht hat. Zumindest an den Ärmeln hätte ich vermutet etwas ändern zu müssen. Ich hatte vorweg gelesen, dass das Kleid am Saum sehr schmal geschnitten sein soll, das kann ich auf jeden Fall bestätigen. Für meine kräftige Hüfte war es sehr knapp. 😀 Wobei die Kritik aber eher darin bestand, dass man in diesem Kleid nicht richtig laufen kann aufgrund von wenig Beinweite. Aber genau das braucht dieses Kleid…einfach elegante kleine Schritte.

Die Verarbeitung

Das Boulekleid ist mit 2 Punkten in der Burda angegeben, das bedeutet es braucht etwas Näherfahrung und/oder Zeit. Würde ich persönlich bestätigen, bis auf den Rückenausschnitt der mir bis heute noch ein kleines Rätsel ist. Aber ich fange mal von vorne an: Zuerst werden die Abnäher im Vorderteil gesteppt( und nach unten gebügelt), diese habe ich ein klein wenig verlängert, sprich an meine Brust angepasst. Mir persönlich hat es so gleich viel besser gefallen.

Danach waren die Falten dran, diese habe ich von der oberen Kante bis zur Umbruch-Linie gesteppt und anschließen in Pfeilrichtung gebügelt. Damit die Falten an der oberen Kante so liegen bleiben per Hand oder Maschine heften. Nachdem ich dann die Schulternähte gesteppt hatte (auch am Ausschnitt-Besatz), sollte laut der Anleitung im nächsten Schritt der Ausschnitt mit dem Besatz verstürzt werden. Ich habe aber damit gewartet, weil ich mir das Beste bis zum Schluss aufheben wollte. 😉

Also machte ich mich an sie Seitennähte bzw. die Nahttaschen. Nach dem schließen der Seitennaht, werden die Taschenbeutel von innen (rechts auf rechts) auf die Nahtzugaben der Tascheneingriffe, dicht neben die Nahtlinie gesteppt. Im Anschluss werden beide Taschenbeutel nach vorne gebügelt und aufeinander gesteckt. Ich mache es meistens so, dass ich die Beutel zuerst angleiche, dann aufeinandersteppe und im Anschluss die Kanten zusammen versäubere.

Im nächsten Schritt sind die Ärmel an der Reihe, dafür werden zuerst die Ärmelnähte geschlossen. Damit das Einsetzen der Ärmel etwas leichter fällt, habe ich die Ärmelkugel leicht gekräuselt. Danach wie gewohnt an den Markierungspunkten eingesetzt und gesteppt. Jetzt fehlte nur noch der Besatz am Ausschnitt, dabei habe ich den Besatz rechts auf rechts auf den Ausschnitt gesteckt.

Aber im Rückenbereich wollte es einfach nicht passen und ich bin nur durch verschieben und verschneiden ans Ziel gekommen. Dieses rechts/links Gedrehe in der Anleitung war absolut keine Hilfe und hat mich nur noch weiter verwirrt. Übrigens habe ich den Besatz gleich zweimal gemacht. Nicht weil irgendetwas schief gelaufen ist, nein weil ich den Stoff etwas unterschätzt hatte. Er kratzte auf der Haut doch mehr als gedacht, vor allem am Schlüsselbein war es sehr unangenehm.

Ich habe mir den Kopf zerbrochen, ob ich den Besatz wieder abtrennen soll um Ihn gegen ein Stück schwarzen Samt (von meinem Katastrophen-Kleid) auszutauschen. Ich habe mich dann entschieden nur das vordere Teil auszutauschen. Und es war die Hölle! Die Nahtzugabe war relativ kurz verschnitten und der Bouclé mochte das Auftrennen auch nicht so gerne. Es war ein Kampf um jeden Millimeter. Zu allem Übel hatte ich den Beleg nicht einfach nur verstürzt, sondern Ihn auch auf die Nahtzugaben gesteppt, damit er sich schön nach innen legt. Aber letztendlich ist alles gut gegangen und somit hat es auch noch ein kleines Stückchen von meiner ersten Idee in das neue Kleid geschafft. 🙂 Die Säume habe ich dann alle per Hand genäht.

Ganz kurz habe ich noch überlegt, ob ich ein Futter in das Kleid nähen soll…aber die Faulheit hat gesiegt! 😀 Wobei so kann man das auch nicht sagen, ich habe mich für ein „externes Futter“ in Form eines silbernen Jersey-Kleides entschieden. Dafür habe ich diesen Schnitt abgeändert.

Boulekleid: Moments Enchanteurs

Schnittmuster: Burda Style 12/2015

Stoff: Bouclé – Stoffmarkt Holland

Strumpfhose: Woolworth (Ähnlich Hier)

Pumps: Ebay (Ähnlich Hier)

Plugs: Glitter Unicorns – Rebecca Steel

Verlinkt: RUMS

Das war also die Story zu meinem ersten Weihnachtskleid und nicht nur das, ich habe sogar alle drei Feiertage etwas selbst genähtes getragen. Und ich denke das war auch nicht das letzte Mal, aber wenn es wieder soweit ist, mit mehr Vorbereitung und wohl überlegt. Dafür habe ich ja jetzt 11 Monate Zeit! 😀 Wie dir sicherlich aufgefallen ist, sind es dieses Mal keine Outdoor-Bilder geworden, für knapp -10 Grad bin ich nicht hart genug! Ich wünschte wirklich ich wäre es. 🙁 Aber ich denke so bekommt das Kleid zumindest die Aufmerksamkeit, die es verdient hat!

Ich finde es ist ein sehr gelungener Schnitt, von vorne sieht es sehr klassisch und einfach aus und auf der Rückseite gibt es dann das große Highlight mit dem tiefen Ausschnitt und den Falten. Irgendwie bin ich sehr glücklich darüber, wie alles gekommen ist, sonst hätte ich dieses Kleid jetzt nicht in meinem Schrank hängen. Lass mir wie immer gerne ein Feedback da und hab noch eine wunderschöne Restwoche. 🙂

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11 Comments
  • Mina sagt:

    Wow! Mehr kann man eigentlich nicht sagen!
    Das Kleid, die Fotos und du – bäm!

    Eine richtig verschärfte Kombination 🙂
    Sieht toll aus – an den Falten wäre ich wohl gescheitert…
    Da stehe ich oft auf dem Schlauch…

  • Frieda sagt:

    Super cool, Dein Kleid! Da schleich ich drum herum, seit das Heft erschien 😉 Da ich aber Größe 42 trage… Viel Freude noch mit Deinem Schmuckstück! Liebe Grüße, Frieda

  • Susann sagt:

    Ein Knaller.
    Tolles Kleid – vor allem die Rückenansicht mit den kontrastreichen Tattoos gefällt mir echt gut. Und der Stoff ist ein absoluter Traum. 🙂

  • sewing galaxy sagt:

    Das kleid ist wunder-wunderschön geworden.
    es ist wirklich ein gelungener und perfekter schnitt für die schlanken frauen. von allen versionen,die ich gesehen jhabe, und das ist wirklich ne menge, sitzt am besten an den schlanken frauen. die ärmel sind ein gedicht, nicht wahr? der stoff ist ein traum!
    zu deinem beleg-problem.
    alle probleme bei beleg passieren dadurch,dass man den beleg anhand vom papierschnittmuster ausschneidet. jetzt stell dir das vor,dass du eventuell in der rundung ein paar mm mehr nahtzugabe geschnitten hast-dadurch ergibt sich ganz anderer radius der rundung.und wenn du noch beim faltenlegen auch noch paar mm weniger oder in sich das teil etwas um paar mm breiter oder enger genäht hast- passen die beide rundungen von kleid und beleg nciht zueinander. die paar mm sorgen dafür z.b.,dass der beleg sich hebt. daher empfhele ich immer den beleg nach dem fertig genähten halsausschnitt zuzuschneiden. man überträgt die halsausshcnittlinie und schulter und dann im gleichen abstand beite des belegs + nahtzugabe- dann kann nichts schief gehen und alles ist genau passend.

  • Wunderschön geworden das Kleid. Eine perfekte Kombination von Schnitt und Stoff. Als ich vor einem Jahr diesen Schnitt genäht musste ich ebenfalls die Abnäher verlängern. Nachdem ich schon mehrmals von der mysteriösen Anleitung gelesen hatte, habe ich die Anleitung komplett ignoriert. Das einzige Problem was ich mit dem Schnitt habe ist das leider die Nahttaschen ein bisschen auftragen und bei weicheren Stoffen unschön aufklaffen.
    Finde auch deine anderen genähten Sachen sehr schick, sie haben ein gewisses etwas.
    Lg Sabine Michaela

  • Jenny sagt:

    Suuuuper schöner Stoff. Der ist echt traumhaft, würde ich auch im Alltag tragen. Vielleicht muss ich doch mal wieder auf einen holländischen Stoffmarkt. Das letzte Mal war es mir zu viel Gedrängel und zu viel Kindliches.

    Das Kleid finde ich super, ich mag solche Silhouetten. Es muss nicht immer fit-and-flare sein, das geht zwar irgendwie immer, aber wird auf Dauer auch langweilig. Solche Formen, die den Körper eher verstecken als bestimmte Stellen zu betonen, finde ich viel spannender. Ein echt tolles Kleid, trotz Kampf zwischendurch ist es dir super gelungen! 🙂

  • Sonja sagt:

    Sehr schön geworden. Mit den Tattoos ein toller Kontrast. Die Rückenansicht ist umwerfend!❤

  • Kirsten sagt:

    Ein superschönes Kleid!!! Absolut top:o) Der Stoff ist auch richtig schön. Schwarzen Samt als Rollkragen kann ich mir bei dir auch gar nicht vorstellen….das ist irgendwie zu hart…
    Aber so ist es super geworden!! Und ich finde immer, welchen Hintergrund man hat spielt eigentlich nicht so eine große Rolle, so lange die Bilder gute Qualität sind und das sind sie bei dir auf jeden Fall!!
    Liebste Grüße,
    Kirsten

  • Petronella sagt:

    Was für ein tolles Kleid! Viel schöner als in der Burda!

    LG
    Petronella

  • Sophie sagt:

    Ich liebe liebe liebe dieses Kleid, die Bilder, deine tattoos und einfach alles daran 😘

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