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Oversize me Part II – Hüllen-Mantel Burda Style 08/2016 Mod.116

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DATE: 9 Februar, 2017
COMMENTS: 3

Nein es ist definitiv noch nicht wärmer geworden bei uns im Norden, na gut  vielleicht ganz kurz zwischendurch, allerdings kann man definitiv noch nicht von Frühlings-Temperaturen sprechen. Wie sagt man doch so schön: „Never change a winning team“ – und deshalb gibt es heute den drölftausendste Mantel. Okay so schlimm ist es noch nicht, aber ich durfte mir schon von der ein oder anderen Seite anhören:

Schon wieder ein Mantel, hast du nicht langsam genug?

Diese Frage kann ich mit einem ganz klaren Nein beantworten! Ich kann einfach nichts dagegen tun…Mäntel/Jacken und ich gehören einfach zusammen! Das allerbeste daran ist: Es egal wie kalt es draußen ist, Fotos gehen immer zumindest so lange es nicht regnet. 😀 Eigentlich hatte ich vor den Mantel für meine selbstauferlegte Challenge zu nähen, die Geschichte dazu kannst du Hier nachlesen. Da ich mich dann aber doch für einen anderen Stoff und Schnitt entschieden habe, war der Mantel erstmal aus den Augen aus dem Sinn.

Mir als bekennender Herbst-/Winter-Liebhaber aka Wollstoff-Liebhaber blutet das Herz beim tippen dieser Zeilen, aber ich muss wohl oder über zugeben, dass ich so langsam Lust auf Frühlings-Outfits und vor allem hellere Farben bekomme! Mir ist jetzt erst aufgefallen, was für eine triste Farbauswahl momentan auf dem Blog herrscht. Aber bevor ich das ändere gibt es heute nochmal die volle Ladung grau und schwarz! 😀 Aber wie komme ich aus meinem Farbtief heraus?

Ich verfolge schon länger die tollen Aktionen der lieben Selmin von Tweed&Greet, letztes Jahr drehte sich alles um die 12 Letters , die dieses Jahr von den 12 Colours abgelöst wurden. Die #12ColoursofHandmadeFashion sind die perfekte Gelegenheit sich mal wieder zu überwinden und mehr Farbe in den Kleiderschrank zu bringen. Den Gedanken hinter der Aktion: Seine Komfortzone zu verlassen und offen für Neues zu sein, finde ich super! So I think i will try – der Februar in Beige ist zwar eher klassisch und nicht wirklich eine mutige Farbe, trotzdem wird sich bestimmt etwas schönes draus zaubern lassen.:)

Aber bevor ich mich einer neuen Baustelle widme geht es jetzt erstmal um meinen Mantel. Schon wieder so ein Hüllending?! Dieses Mal handelt es sich um den Hüllenmantel mit Schalkragen aus der Burda Style 08/2016. Eventuell habe ich mich vom Beispiel in der Zeitschrift täuschen lassen, der Mantel sah auf dem Bild wesentlich schmaler aus. So oder so ähnlich könnte jetzt meine Ausrede klingen, aber wem will ich etwas vormachen…Ich liebe diesen lässigen Oversize-Style! Und genau deshalb musste dieses „Masterpiece“ bei mir einziehen. Oversize-Liebe hin oder her, wenn der wunderschöne Schalkragen nicht gewesen wär, hätte ich mich wahrscheinlich dagegen entschieden.

Natürlich bin ich kurz in mich gegangen, ob mir mein grauer Hüllenmantel aus der Burda Easy H/W 2016 zu ähnlich ist. Die weite Form, die überschnittenen Ärmel, sowie die aufgesetzten Taschen – all das erinnert schon sehr daran. Aber gerade der Kragen macht eine Menge aus, er lässt den Mantel gleichermaßen lässig, wie auch elegant wirken. Und solche Allrounder kann man immer gebrauchen! 🙂

     

Zuschnitt und Verarbeitung

Da meine Stoffmenge berenzt war (wie so oft ein Mitbringsel vom Stoffmarkt Holland) musste ich ein wenig umdisponieren bzw. der Bindegürtel gestrichen werden. Ziemlich doof wenn der Mantel verschlusslos ist, aber es gibt ja bekanntlich für jedes Problem eine Lösung. Über so etwas kann man sich auch später noch Gedanken machen. 😉 Ich habe mich für die Größe 36 entschieden, wobei eine 34 dieses Mal perfekt gewesen wäre. Wie du dir sicher denken kannst, bin ich deshalb leider nicht um kleine Änderungen herum gekommen.

Bevor es an die Nähmaschine ging habe ich alles entsprechend dem Fischgrat-Muster zugeschnitten und die dafür vorgesehenen Teile fixiert. Der Stoff hat durch die Einlagen einen sehr ordentlichen Stand bekommen, fest aber nicht zu fest. 🙂 Der schwierigste Teil war dieses Mal für mich eindeutig der Schalkragen, da der letzte schon ein paar Jahre zurück liegt.. Zumal im Vorderteil/Auschnitt noch ein Abnäher lag und ich mit 1000 Fragezeichen über dem Kopf da saß. Das ist für mich persönlich immer der schlimmste Moment, denn man kommt sich dumm und hilflos vor. Die Anleitung machte es leider auch nicht besser bzw. je öfter ich Sie las umso schlimmer wurde es.

Nachdem ich diese dann getrost in die Ecke geworfen habe, ist der Knoten geplatzt…es war alles wieder da und hat Sinn gemacht. Solche Momente liebe ich – Das Abrufen von Techniken, gelungener Verarbeitung, sowie perfekte Harmonie zwischen Stoff und Schnitt! Das erinnert mich daran, warum ich so viel Freude am Nähen habe! Was sind eigentlich deine liebsten Momente beim Nähen bzw. was bereitet dir am meisten Freude dabei? 🙂 Da ich schon einige Mäntel hier geteilt habe und sich viele Schritte immer wiederholen, werde ich heute nicht so detailliert auf die Verarbeitung  eingehen. Aber falls du Interesse an der Technik für den Schalkragen hast, kann ich dazu gerne einen separaten Post verfassen.

Der Oberstoff-Mantel war fertig genäht und ich konnte ihn endlich anprobieren. Sicherlich sollte er er relativ weit sein, aber sogar für meinen Geschmack war es zuviel.
Also habe ich mich dazu entschieden den kompletten Mantel sowie die Ärmel enger zu machen. Da die Ärmel- und Seitennähte in einem Rutsch zusammengenäht wurden, war das auch kein Problem. Ich habe ganz simpel die Nahtzugabe abgeschnitten und erneut bei 1,5 cm Abstand zur Kante genäht, somit sind pro Naht 3 cm weggefallen. Der Mantel ist immer noch weit, aber es fühlt sich gleich weniger sackig an, so ein paar Zentimeter können schon einiges ausmachen.

Styling

Hingegen dem sehr klassischen/eleganten Look aus der Burda habe ich mich mal wieder für einen lässigen Street Style entschieden. Die helle Boyfriend und die weißen High Top-Sneaker sind ein guter Kontrast zu dem sonst eher dunklen Look. So war es für mich auch kein Problem direkt im Anschluss in den nächsten Supermarkt zu springen und den Wochenendeinkauf zu erledigen.:D Ich weiß nicht ob ich damit alleine dastehe, aber ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr so ein selbst genähtes Teil das Selbtbewusstsein pushen kann. Es ist nicht so überheblich gemeint wie es sich anhört, aber ich fühle mich darin super cool!:D

Meistens verzichte ich auf Accessoires wie Taschen. Das liegt nicht daran, dass ich Sie nicht mag, sondern weil ich in dieser Hinsicht sehr Frauenuntypisch bin und schlichtweg nicht so viele besitze. In diesem Fall habe ich aber eine passende gefunden – die Gurt-Clutch geht bei solchen Outfits immer! 🙂 Übrigens war meine Lösung bzgl. des Verschlusses ein einfacher Gürtel in der Taille, damit ist man mega flexibel und kann den Gürtel nach Lust und Laune austauschen. Geschlossen trägt der Mantel schon ein wenig auf, was mich aber nicht großartig stört, da ich ihn eh lieber offen tragen werde.

Mein Fazit

Der Stoff war wie immer super dankbar, wenn du einen Wollstoffe gut behandelst, gibt es definitiv keinen dankbareren Stoff! Deshalb macht mir die Verarbeitung auch so viel Spaß. Der Schnitt erfordert laut Zeitschrift fortgeschrittene Nähkenntnisse, das würde ich so unterschreiben, die größte Schwierigkeit liegt einfach im Kragen. Der Rest ist für jemanden, der schon mal eine Jacke oder einen Mantel genäht absolut kein Problem sein! Den Schnitt kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn du es nicht so arg weit magst, am besten eine Größe kleiner wählen.

Mantel: Moments Enchanteurs

Schnittmuster: Burda Style 08/2016 Mod.116

Stoff: Stoffmarkt Holland

Rollkagenpullover: H&M (Ähnlich Hier)

Boyfriend-Jeans: H&M (Ähnlich Hier)

High Top-Sneakers: Ebay

Verlinkt: Rums

Ganz mutig behaupte ich jetzt einfach, dass das der letzte „Wintermantel“ für das Frühjahr 2017 war. Für den Herbst/Winter kann ich das leider nicht versprechen, da kommen auf jeden Fall wieder welche. Und wenn mein ganzer Schrank irgendwann nur noch aus Mänteln besteht…ist mir völlig egal! 😀 Jetzt freue ich mich aber auf den Frühling und ganz viel Farbe, nächste Woche wird sich langsam darauf eingestimmt und zwar mit einem Rock! Lass mir wie immer gerne einen Kommentar da, wie dir der Mantel gefällt, oder vielleicht hast du ihn ja sogar schon genäht?! Bis dahin eine wunderschöne Restwoche! 🙂

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3 Comments
  • Simone sagt:

    Liebe Nessa,
    da ist dir mal wieder ein ganz toller Mantel gelungen. Besonders der Schalkragen ist chic, er macht den Mantel zu etwas ganz besonderem. Und die großen aufgesetzten Taschen sind sehr cool. Da hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt.
    Mäntel kann man einfach nie genug haben 💕
    Liebe Grüße
    Simone

  • Anke sagt:

    Ein wirklich cooler Mantel. Ich fand ja schon den anderen Hüllenmantel toll, den ich auch schon mal vorhatte zu nähen. Allerdings ist mir immer so kalt – gerade jetzt sind -5C° draußen – da bräuchte ich schon einen Verschluss am Mantel. Auch der Stoff gefällt mir super gut, der sieht echt weich aus für einen Wollstoff. LG Anke

    • Nessa sagt:

      Dankeschön Anke☺ Du hast recht bei Minustemperaturen muss man schon ne Menge drunter anziehen um sich warm zu halten. Aber bei ein paar Grad über Null funktioniert es doch erstaunlich gut, schöner dicker Pulli drunter, großen weichen Schal dazu und man friert nicht. Aber ich kann nachvollziehen, dass ein Verschluss praktischer/vernünftiger wäre, wenn man ihn wirklich bei allen Temperaturen tragen möchte. ☺
      Liebe Grüße Nessa

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