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Die Circle Bag – Must-have 2017/2018

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DATE: 13 Juli, 2017
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In der letzten Zeit war ich super fleißig, was bedeutet, dass es in nächster Zeit wieder ein paar Blogposts geben wird! 🙂 Wenn du mir auf Instagram oder Facebook folgst, weißt du wahrscheinlich schon, was alles in nächster Zeit folgen wird. Aber heute macht den Anfang erst einmal meine neue Circle Bag oder auch Full Moon Bag genannt.

Momentan sind diese Taschen wirklich überall zu sehen und das wird auch erstmal ein Weilchen so bleiben! Das hat auch fashionmakery schnell erkannt und genau zur rechten Zeit den passenden Schnitt herausgebracht. Die Tasche ist ganz minimalistisch gehalten, aber gerade durch ihre Form ein mega Eyecatcher. Ich wusste sofort, die Tasche schreit nach mir! Da ich schon drei Rucksäcke in letzter Zeit genäht habe ( zum Beispiel Hier und Hier), sollte das ja kein großes Problem sein…haha schön wär’s gewesen. 😀 Aber zu meinen kleinen Anfangsschwierigkeiten später mehr.

Die Materialauswahl dauerte gefühlt mal wieder ewig. Eigentlich hatte ich keinerlei Ansprüche, die einzige Voraussetzung war, dass es Kunstleder sein sollte. Vor Ort in den Stoffläden gab es leider nichts was mich wirklich angesprochen hat, also blieb mir nur die Möglichkeit online zu bestellen. Ich habe mich total schwer damit getan, dass richtige Lederimitat bzw. die richtige Stärke zu finden. Das Material darf schließlich nicht zu dünn sein, so dass die Tasche später in sich zusammenfällt, aber auch nicht zu dick, um meine Maschine nicht zu strapazieren. Nach ein bisschen Recherche und einigen Guides später, habe ich mich für ein mitteldickes/relativ steifes Kunstleder entschieden. Rex von Swafing in Dunkelblau hieß die Lösung, ca. 400g/m² schwer. Davon habe ich 50 cm x 140 cm bestellt und kam damit sehr gut aus, ich konnte sogar versaute Teile neu zuschneiden.

Für das Futter wählte ich einen Baumwollstoff, den ich noch von einer meiner DelariBags übrig hatte. Einlage und Garn hat man ja eh immer rumfliegen, also machte ich mir darüber weiter erstmal keine Gedanken. Sogar ein paar D-Ringe in silber hatte ich noch vorrätig, damit war dann klar welche Farbe die Reißverschlüsse und die Schließer haben müssen. Was ich wie und wo gekauft habe, werde ich dir wie immer am Ende des Posts verlinken. 🙂

Zuschnitt & Verarbeitung

Dieser Punkt hat bei mir wesentlich länger gedauert als nötig. Als nämlich meine Stoffbestellung ankam, habe ich schnell gemerkt, dass mein Kunstleder wohl doch nicht so steif war, wie ich es mir erhofft hatte. Mein erster Rat kauf dir am besten gleich dickeres! 😀 Falls es dafür schon zu spät sein sollte, erzähle ich dir jetzt, wie ich das Problem gelöst habe. Was macht man also mit Stoffen, die mehr Stabilität brauchen?! Richtig man fixiert sie mit Einlage. Dafür ist Kunstleder aber nur bedingt geeignet. Ich habe diverse Sachen ausprobiert und bei jeder Einlage das Gefühl gehabt, dass es trotzdem noch zu dünn ist bzw. das Material an Struktur verliert, sprich die Narbung durch den Druck und die Hitze verloren ging.

Das beste Ergebnis war allerdings auch zugleich das umständlichste. Ich habe das Leder mit dem Baumwollstoff verstärkt, den ich auch für das Futter verwendet habe. Dafür musste ich also auf jedes Schnittteil aus Leder (ausgeschlossen die Schlaufen für die D-Ringe und das Teil 2, die vordere kleine Tasche) vorsichtig eine Vliesofix-Lage bügeln und darauf im Anschluss eine Lage Baumwollstoff. Das hat wirklich enorm viel Zeit in Anspruch genommen. Naja, aber so kannst du aus meinen Fehlern lernen und direkt ein dickeres Leder ordern. 🙂

Der erste Step an der Nähmaschine war für mich zugleich auch die größte Hürde an der Tasche und zwar der Reißverschluss! Beide Reißverschlüsse werden nämlich vom Prinzip her so ähnlich wie eine Paspeltasche genäht…und wir wissen alle: Paspeltaschen sind so schon ziemlich tricky. Ich gebe es auch ganz offen und ehrlich zu, ich habe es prompt beim ersten Mal versaut und der Mittelstreifen war auch nicht mehr zu retten. Es war ein einziges Loch-Massaker :D. Wenn du also weder Paspeltaschen- noch Lederprofi bist, kann eine Probe vorweg nicht schaden. Was mir im zweiten Anlauf unheimlich geholfen hat war den Reißverschluss geschlossen lassen und dann an den Kanten feststecken. Für den ersten Versuch hatte ich ihn geöffnet und irgendwie hat dabei überhaupt nichts gepasst. Beim Nähen kann man ihn dann natürlich wieder öffnen bzw. je nachdem wie man es am besten unter die Maschine bekommt.

Das Anbringen des großen Taschenbeutels gestaltete sich relativ einfach, wobei ich beim nächsten Mal ausprobieren werde das Futter gleich beim nähen des RV´s mit zufassen. Bei der kleinen Tasche wird es laut der Anleitung auch so gemacht, was mir wesentlich leichter und auch viel schöner aussieht. Nachdem der Futterbeutel angebracht war, waren die Schlaufen für die D-Ringe an der Reihe. Da die Kanten von Kunstleder nicht wirklich schön sind, muss man sich bei der Verarbeitung bzw. beim Zuschnitt 1-2 Gedanken mehr machen.


Dinge auf die du achten solltest, wenn du die Tasche aus Kunstleder verarbeitest:
  • Offene Kanten: Die Träger, sowie die Lasche für den Träger und die Schlaufen für die D-Ringe müssen anders gearbeitet werden. Füge an den Kanten jeweils 1 cm Nahtzugabe hinzu, damit man diese vor dem nähen einschlagen kann.
  • Trägerenden: Besorge dir schöne Endkappen für Gurtbänder, das wertet die Tasche auf und sieht nicht so unfertig aus.
  • Löcher für die Schließe mit Dorn: Die Löcher sehen mit kleinen Ösen nicht nur schöner aus, nein sie leiern und fransen auch nicht so schnell aus.

Bei den Schlaufen habe ich meine Maschine mal wieder ganz schön in die Knie gezwungen. Das war aber auch das einzige Mal wo sie wirklich zu kämpfen hatte. Darauf folgte, wie schon erwähnt ,die kleine Tasche. Diese war absolut problemlos zu nähen und wurde im Anschluss an den Seiten des Vorderteils, an den vorgesehenen Markierungen, befestigt. Somit ist ein Verrutschen ausgeschlossen wenn man das Vorderteil und den Mittelstreifen zusammensteppt.

Jetzt kommt mein persönlicher Gollum-Moment, denn genau so saß ich da als ich den Streifen absteppen wollte, es hat nur noch gefehlt dass ich „Mein Schatz…“ vor mich hin nuschel. Der Platz unter der Maschine ist ziemlich begrenzt und man muss die Lederschichten schön auseinander ziehen, was zu diesem besagten Moment führen kann. Ich weiß jetzt noch wie es in den Schultern gebrannt hat. 😀  Ach und dabei bin auch an einer Stelle noch schön abgesegelt und auf dem Vorderteil gelandet, zum Glück sind die Löcher nach dem auftrennen nur noch ganz minimal zu sehen. Wenn man es nicht weiß, sieht man es hoffentlich auch nicht. 😉

Zum fertigen Taschen-Korpus fehlte also nur noch das hintere Teil. Nachdem dieses angebracht war hätte ich auch hier gerne den Streifen abgesteppt, aber das war absolut nicht möglich. Immerhin konnte ich die Nahtzugabe per Hand auf den Streifen nähen, natürlich ganz vorsichtig ohne durch das Leder zu stechen.

Die Träger habe ich so eingeschlagen und abgesteppt, dass keine offenen Kanten mehr sichtbar waren. Der lange Teil des Trägers gehört nach vorne und der kurze nach hinten. Beide Enden habe ich durch die D-Ringe gezogen und mit Endkappen versehen. Dabei sollte man ziemlich vorsichtig sein. War ich leider nicht, deshalb haben sie nun ein paar Beulen, aber hey… für’s erste Mal. Gleich darauf folgten endlich die Buchschrauben, auch das habe ich vorher noch nie gemacht, aber wenn man schon mal Ösen oder Nieten eingeschlagen hat ist auch das kein Problem. Löcher stanzen, reinschrauben und fertig. 🙂

Nun fehlt nur noch der Träger-Verschluss. Dafür schiebt man zuerst die vorbereitete Lasche über den langen Träger und danach die Schnalle. In der Anleitung wird das Ende einfach umgeschlagen und auf dem Träger festgesteppt. Ich habe es ein bisschen anders gemacht und zwar zuerst die Endkappe angebracht und danach beide Lagen mit einer Buchschraube verbunden. Im letzten Schritt habe ich am anderen Ende des kurzen Trägers die Endkappe angebracht und die Löcher/Ösen für den Dorn der Schnalle gestanzt.

 Circle Bag: Moments Enchanteurs

Schnittmuster: fashionmakery

Lederimitat: Rex von Swafing (Dawanda)

Schließe mit Dorn: Doppelstegschnalle

Reißverschlüsse: Metallreißverschluss

Buchschrauben: Buchschrauben 6mm

Endkappen: Endstück für Gurtband

Verlinkt: Rums

Wow da hab ich ja mal wieder ne Menge erzählt, aber um es nochmal auf den Punkt zu bringen: Am Anfang habe ich die Circle Bag ein wenig unterschätzt was Aufwand und Arbeit angeht. Okay, die nicht ganz so passende Materialauswahl war selbstgemachtes Leid. Man sollte auf jeden Fall kein ganz blutiger Nähanfänger sein, oder wenn man einer ist und es trotzdem probieren möchte…macht eine Probe! Die Tasche ist eigentlich nicht schwer zu nähen, es gibt halt nur den ein oder anderen tricky Part, wie zum Beispiel die Reißverschlüsse, aber wo gibt es das nicht?! Ich habe auch das ein oder andere Mal geflucht, aber es hat sich gelohnt! 🙂

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2 Comments
  • Sewionista sagt:

    Wow, ist die toll geworden! Sieht super aus, wie aus dem Designerladen und von deinen Problemen beim Nähen ist nichts zu erkennen. Bis jetzt habe ich noch keine Taschen genäht, aber wenn ich deine so sehe, kribbelt es mich doch in den Fingern 😉

    Liebe Grüße
    Julia

    • Nessa sagt:

      Dankeschön liebe Julia! <3 Das ist immer das schönste Kompliment, wenn jemand sagt es sieht aus wie gekauft. 🙂 Du solltest es auf jeden Fall versuchen, es ist so eine schöne Abwechslung neben dem Klamotten nähen. Vor allem kannst du deine Accessoires so auf deine genähten Klamotten perfekt abstimmen. Trau dich! Die Anleitung ist wirklich gut beschrieben und bebildert. Du wirst es definitiv nicht bereuen. 🙂
      Liebe Grüße
      Nessa

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